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20.05.2021 - WS

Hausgottesdienst zu Pfingsten


Wenn möglich, wird eine Kerze angezündet.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied (Sie können die Lieder singen; Sie können aber auch den Text sprechen und vielleicht dabei die Melodie summen.): Komm, Heilger Geist, der Leben schafft … (Gotteslob 342)

Gott, unser gütiger Vater! Wir wissen, dass Du bei uns bist, alle Tage dieser Welt. Heute gedenken wir ganz besonders des Beistandes, den Du uns allen, die wir getauft und gefirmt sind, mitgibst. Dein Heiliger Geist ist es, der mit Seiner Kraft alles, was ist, erschuf; Dein Heiliger Geist ist es, der die Schöpfung trägt und im Leben erhält; Dein heiliger Geist ist es, der uns ermutigt und bestärkt, das Wirken Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, mit unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten in der Welt von heute fortzusetzen.

Wir danken Dir für diese wunderbaren Gaben und bitten Dich, unsere Herzen und unsern Verstand zu öffnen für Dein Wort. Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (2, 1-11)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Lied: Komm herab, o Heilger Geist … (Gotteslob 344)

Lesung aus dem Brief an die Galater (5, 16 – 25)

Schwestern und Brüder! Wandelt im Geist, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen! Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch, denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht tut, was ihr wollt. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.

Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid, maßloses Trinken und Essen und Ähnliches mehr. Ich sage euch voraus, wie ich es früher vorausgesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit; gegen all das ist das Gesetz nicht. Die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir im Geist leben, lasst uns auch im Geist wandeln!

Lied: Komm, o Tröster, Heilger Geist … (Gotteslob 349)

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (15, 26 – 27; 16, 12 – 15)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Gedanken zum Pfingstfest:

Pfingsten – der Name der heutigen Festes leitet sich ab vom griechischen „pentekoste hemera“ (= fünfzigster Tag). Fünfzig Tage sind vergangen, seit Jesus von den Toten erstanden ist. Fünfzig Tage, die der Evangelist Lukas uns in seinem Evangelium und in der Apostelgeschichte übermittelt als die Zeit, in der die Jünger Jesu ganz allmählich lernten, mit der Oster-Erfahrung umzugehen.

Am Karfreitag war für sie alles in die Brüche gegangen. Die Jahre, die sie mit Jesus gelebt, in denen sie von ihm gelernt und eine neue Welt, eine neue Sicht auf sich selbst, auf ihre Mitmenschen und auf Gott erfahren konnten – alles das erschien ihnen nach dem Kreuz, an dem ihr Freund und Lehrer wie ein Verbrecher gestorben war, leer und nichtig, wie eine vertane, verlorene Zeit.

Zu Ostern – drei Tage nach dem Kreuz von Golgatha – erleben sie den getöteten Jesus als den Lebenden. Nicht wie einen, der ins alte Leben zurückgekehrt ist. Sie erleben ihn als den Jesus, der schon im Neuen Leben ist. Dem Leben, das keinen Tod, keine Begrenzungen in Raum und Zeit kennt. Sie erleben ihn so eindeutig, dass für sie kein Zweifel besteht, dass Er es ist, Jesus, ihr Freund, ihr Lehrer. Wie zum Anfassen – so eindeutig und unverwechselbar. Und immer wieder als den, den sie sich nicht herbeisehnen oder heranholen können, sondern als den, der seinerseits bestimmt, wann, wo und wie Er sich ihnen zeigt.

Er zeigt sich ihnen mal auf die eine, mal auf die andere Weise, aber immer so, dass es für die Jünger Anknüpfung gibt an die Erlebnisse, die sie mit Jesus aus der Zeit vor seinem Sterben am Kreuz verbinden.

Vierzig Tage – so trägt der Evangelist Lukas vor – haben sie mit dem vom Tod Erstandenen solche Erfahrungen gemacht. Keine Halluzinationen, keine Phantastereien, kein gegenseitiges Hineinsteigern in Trauer oder haltloses Hoffen. Vierzig Tage lang klare Erfahrung von einer anderen Form des Lebens, das Gott gewährt über die Grenze des biologischen Todes hinaus.

In diesen vierzig Tagen vertieft der auferstandene Jesus seinen Freunden, was sie von ihm vor dem Karfreitag gehört und erlebt haben. Jesus macht ihnen auch noch einmal deutlich, dass es von nun an auf sie ankommt, auf alle ankommt, die sich zu Ihm, zu Jesus Christus, bekennen. Sie sind Seine Beauftragten, Seine Nachfolger.

Sie werden in ihrer Nachfolge immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Herausforderungen, für die es keine Patentrezepte gibt, nur eine Grundhaltung, die in den wechselvollen Zeiten jeweils neu nach Antworten sucht. Diese Grundhaltung ist der Geist Gottes, der Heilige Geist. ER ist gemeint, wenn Jesus seinen Freunden sagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende dieser Welt.“ Gott lässt uns nicht allein.

Bei jeder Beerdigung wird zu dem Menschen, dessen Leib da bestattet wird, gesagt: „Dein Leib war Tempel des Heiligen Geistes. Der Herr nehme dich auf in das himmlische Jerusalem.“ Darin findet sich sozusagen am Ende eines irdischen Christenlebens noch einmal das, was heute in der zweiten Lesung, in dem Brief an die Galater, zu lesen ist: Wer durch den Heiligen Geist beseelt ist, lebt in Freude, Vertrauen, aufrichtiger und berechnungsfreier Liebe zu Gott und den Mitmenschen, sogar zu sich selbst. Ein solcher Mensch lebt in der Orientierung an Jesus Christus. Er braucht nichts, was ihn betäubt, kein Abtauchen in Konsum, Karriere oder Kommerz, keinen Rausch.

Lied: Gott gab uns Atem, damit wir leben … (Gotteslob 468)

Fürbitten

Gott, Heiliger Geist! Du ermutigst und bestärkst uns, das Werk unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus fortzusetzen. Dazu bitten wir um Deine Gaben:

  • um die Gabe der Weisheit. Sie leite mich an zu unterscheiden zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch; sie leite mich an zu klarem Urteil, zugleich zu Nachsicht und Vertrauen.
  • um die Gabe des Verstandes. Sie öffne mir die Augen für die Welt um mich herum und lasse mich erkennen, worauf es ankommt in meiner Lebenszeit.
  • um die Gabe der Wissenschaft. Sie führe mich immer wieder und immer tiefer ein in die liebevolle Betrachtung der Bedeutung von Glaube, Hoffnung und Liebe.
  • um die Gabe des Rates. Sie leite mich in den Herausforderungen meines Lebens.
  • um die Gabe der Stärke. Sie lasse mich auch bei Rückschlägen auf Deinen Beistand vertrauen.
  • um die Gabe der Frömmigkeit. Sie leite mich an zu Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit.
  • um die Gabe der Gottesfurcht. Sie lasse mich immer vor Augen behalten, dass Du es bist, der mein Leben will, der es erhält, der mein Bemühen zum guten Ziel führt.

Vaterunser

Segen

Gott Heiliger Geist, Du bist das Geschenk meines Lebens, mein Mut, meine Hoffnung, der Grund meines Glaubens und meiner Liebe!

Ich bitte um Deinen Segen für mich, meine Lieben, für alle Menschen – auch für die, die aufgehört oder nie angefangen haben, an Dich zu denken.

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: Atme in uns, Heiliger Geist … (Gotteslob 346)

Foto: Peter Weidemann auf pfarrbriefservice.de

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