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07.10.2020 - WS

„Vertreten“


„Vertreten“ – Ein Wort, das viele Deutungen und Bedeutungen zulässt. Was kann man nicht alles vertreten?! Die ganz persönliche Sicht auf das Leben, eine Meinung, eine Weltanschauung, einen anderen Menschen, das Programm einer Partei, sogar die Beine kann man sich vertreten. Um solche Vielfalt von „Vertreten“ ging es am frühen Abend des 20. September beim WewerWeg 2020.

WewerWeg 2020

Gut dreißig Personen waren der Einladung des Pfarrgemeinderates Wewer gefolgt und ließen sich von Gerlinde Wruck, Heike Probst, Bianca Ferber, Annegret Speicher und Diakon Theo Breul auf dieser meditativen Wanderung durch den Weweraner Westen zu eigenen Betrachtungen und zum Austausch untereinander anregen.

Der WewerWeg 2020 begann vor dem ALDI-Markt mit dem Thema „Schöpfung“. Gerlinde Wruck nahm den dort sich bietenden Ausblick auf die noch so naturnah wirkende Garten- und Landwirtschaft zum Aufhänger für ihre Überlegungen, den Menschen als den Vertreter der Schöpfung vor Gott und damit zugleich in seiner nicht abzuleugnenden Verantwortung vor Gott zu sehen. Mit dem Krautbund, das die Weweraner Frauen traditionsgemäß zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August binden und nach der Segnung in Wewer verteilen, zeigte sie die umweltliche und die geistliche Bedeutung des Themas auf. Das ursprüngliche Wewersche Krautbund enthielt einst zwanzig Heilpflanzen und vier Getreidesorten, die als Symbole für das Leben stehen; sie vertreten auch den Regelkreis der vierundzwanzig Stunden eines Tags. Viele dieser ursprünglich vierundzwanzig Kräuter gibt es heute gar nicht mehr. Der Mensch hat sie verdrängt mit seinen Regulierungs- und „Kultivierungs“- Arbeiten…

Am Spielplatz in Wewer-West brachte Heike Probst viele Zugänge zum Thema „Engel“ ins Gespräch: Stellen aus der Heiligen Schrift, die von oder über Engel berichten; Texte von DichterInnen und SchriftstellerInnen, die nicht allein auf religiösem Hintergrund, sondern im mitunter sehr profanen Alltag darauf aufmerken lassen, wie und wer für uns Engel sein oder werden kann. Engel, die in ihrer Sinnbildlichkeit die Fürsorge Gottes für uns vertreten; wie aber auch eine jede bzw. ein jeder von uns selbst sein möge in der Fürsorge für die Menschen um uns herum. Heike Probst ermutigte, öfter durchs eigene Handeln Gott bei den nahen wie bei den fernen Mitmenschen zu vertreten. Gibt es Schöneres als zu hören: „Dich hat der Himmel geschickt. Du bist ein Engel.“?!

In der Nähe des Delbrücker Wegs und der B1 an einem Blumenfeld machte Bianca Ferber beim Thema „Heilige“ auf die große Zahl und bunte Vielfalt der Lebensbilder und Legenden der Heiligen aufmerksam. Heilige sind Menschen, die auf je ihre Weise verstanden haben, was Gott von uns will. Sie vertreten mit ihren Möglichkeiten, mit ihrem Leben das, was sie selbst an der unendlichen Vielfalt und dem Wesensreichtum Gottes zur Nachahmung begeistert. Sie sind keine „außerirdischen“ Wesen, vielmehr Menschen wie wir alle. Sie sollen Vorbild und Anregung sein, in uns die „Talente“ zu entdecken und zu pflegen, die Gott jeder und jedem mitgegeben hat.

Vor der Fatima-Kapelle stellte Annegret Speicher Gedanken zum Beten vor. Beten als Gespräch mit Gott, als Lob und Klage, als Bitte und Dank. Im Beten tritt der Mensch unmittelbar vor Gott; er vertritt oft nicht nur sich selbst, sondern Menschen, die ihm am Herzen liegen. Hier und da betet er auch stellvertretend für die, die das Beten verlernt, nie gelernt oder vergessen haben. Beten geht niemals ins Leere, selbst dann nicht, wenn das Erbetene nicht gewährt wird. Immer nämlich verändert das Beten die Betenden. Und die verändern die Welt.

Der WewerWeg 2020 schloss in der Linie dieses letzten Beitrags folgerichtig mit einem Gebet; gebetet für sich selbst, für die Menschen, die am oder auch auf dem Herzen liegen: ein stellvertretendes Vaterunser.

Corona-bedingt endete der meditative Rundgang durch den Weweraner Westen im Freien, vor der Fatima-Kapelle mit einem Umtrunk aus je Person einer Mineralwasserflasche.

Theo Breul, Oktober 2020

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