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28.06.2020 - WS

Das Wewersche Kräuterbund


Johanniskrautblüte

Johanniskrautblüte auf der städtischen Wildwiese in Wewer-West.

An den Grund unseres Auftrags, die Schöpfung in ihrer Vielfalt und ihrem unermesslichen Wert für uns Menschen zu bewahren, erinnert in jedem Jahr der Brauch der Kräuterweihe mit ihren vielen Heilpflanzen. Viele der für das traditionelle Kräuterbund nötigen Pflanzen gibt es noch an Wegrändern rund um Wewer und die meisten davon blühen schon jetzt. Doch sie sollten bald gepflückt werden, bevor sie abgemäht und nicht mehr zu finden sind.

Viele der Arten sind auch auf der wunderschönen artenreichen städtischen Blühfläche in Wewer und am Rand des benachbarten Feuchtbiotops zu finden. Der Baldrian wächst im Mühlenholz und das seltene und geschützte Tausendgüldenkraut erlebt dort gerade am Rand der großen Windwurfflächen, die zu blühenden Wildwiesen geworden sind, eine Massenvermehrung (Feldweg bei Cornielje geradeaus). Es steht zwar unter Schutz, kann aber immerhin in seiner Schönheit bestaunt werden.

Ästerlästersilgenbläher, das Wewersche Kräuterbund

Achillea millefolium – Schafgarbe – Schobribbekes
Achillea ptamica – Betrams-Schafgarbe – Auge Gottes
Allium sativum Knoblauch
Aristolochia clematitis – Osterluzei – Ästerlästersillgenbläher
Artemisia absinthium – Wermut – Würmegger
Artemisia vulgaris – Beifuß – Beybaud
Daucus carota – Gem. Möhre – Blut Christi
Centaurium Erithraca – Tausendgüldenkraut
Hypericum perforatum – Hartheu – Leiwe=Frugge=Beddestrau
Inula Helenium – Alant – Oland
Lythrum Salicaria – Weiderich – Fünf-Fingerken
Origanum vulgare – Gem. Dost – Düstken
Sedum Telephium – Fetthenne – Donnerkraut
Senecio Jakobaea – Jakobskraut – Antoniusblume
Silybum Marianum – Muttergottesdistel
Tanacetum vulgare – Rainfarn – Kneipkes
Trifolium arvense – Acker(Feld)=Klee – Himmelhoppen
Valeriana officinalis – Baldrian – Vallerjan
Verbascum Thapsus (niger) – Königskerze
Verbena officinalis – Eisenkraut – Eiserrost

Tausendgüldenkraut

Das zarte Tausendgüldenkraut im Wewerschen Wald.

Diese Liste wurde im August 1924 vom Brenkenschen Rentmeister Wilhelm Schütte zusammen mit dem Wewerschen Lehrer Joachim Bieling zusammengestellt. Außer den Getreidesorten Roggen, Weizen, Hafer und Gerste und „Dazu auch wohl ein Apfel und in früheren Jahren ein Tütchen mit Salz“ sind in der Liste also 20 Heilpflanzen aufgeführt.

Rentmeister Schütte übersandte diese Liste auch dem Hauptlehrer Friedel in Marienloh, der unter dem Titel „Krautweihlegenden“ die Legenden zu den einzelnen Pflanzen, z.B. beim Hartheu, dem auch in Wewer so genannten „Unserer lieben Frauen Bettstroh“, in rührenden Erzählungen, meistens um die hl. Familie kreisend, veröffentlich hatte.

Monsignore Dr. Josef Brinkmann, langjähriger Subsidiar der Pfarrei Wewer, gab den Hinweis, dass es auch üblich gewesen sei, das Kräuterbund nach der Segnung zu Mariä Himmelfahrt bei Beerdigungen als Zeichen der Auferstehung in den Sarg zu legen.

Isa Freifrau von Elverfeldt

St. Johannes Baptist Wewer
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