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05.03.2020 - WS

Schöpfung bewahren – Wewer als gutes Beispiel für den Schutz der Artenvielfalt


Die Schöpfung bietet eine unermessliche Zahl von Lebewesen, die in einem teilweise komplizierten System aufeinander angewiesen sind. Ihre faszinierende Schönheit lässt uns immer wieder staunen, gibt uns Freude und Trost, erinnert uns aber gleichzeitig an unsere Verantwortung.

Vom Klimawandel würden die meisten Insekten zwar wahrscheinlich profitieren, aber seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts setzte ihnen der Strukturwandel der Landwirtschaft, die steigende Flächenversiegelung, das zu intensive Mähen von blühenden Straßenrändern sowie die Zunahme von Windkraftwerken zu.

Je mehr wir auch selbst Kräuter und Blüten unbedacht aus Gärten und von Wegrändern verbannen, desto mehr trifft es auch Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Käfer und mit ihnen bestimmte Vogelarten und auch Fledermäuse, die auf sie als Nahrung angewiesen sind. Auch für uns selbst sind Insekten buchstäblich lebenswichtig: ohne ihre Leistung bei der Befruchtung der Nutzpflanzen gäbe es für uns keine Nahrung. Doch schon jetzt sind einige Arten verschwunden, noch bevor sie und ihre Funktion im Naturkreislauf überhaupt ausreichend erforscht sind. Es ist also höchste Zeit, nicht nur zu reden, sondern mit dem Naheliegendsten zu beginnen, nämlich Blühpflanzen bewusst zu fördern und damit ein vielfältiges Leben zu bewahren.

Die innerhalb des Jahres 2019 zum großen Teil in Wewer entstandenen Bilder des Bildbändchens „Bedrohte Wunder am Wegrand“, zeigen diesen artenreichsten, aber oft übersehenen Teil der Schöpfung und lassen ihn sozusagen für sich selbst einen Hilferuf senden.

Viele Menschen erinnern sich noch an die blühenden Feld- und Straßenränder ihrer Kindheit und wie der bunte Feldblumenstrauß als Höhepunkt zum Sommerspaziergang gehörte. Einheimische Kräuter, Stauden und Sträucher sind aber nicht nur eine Augenweide für uns Menschen, mit ihrem Nektar sind sie auch die Nahrungsgrundlage von Schmetterling und Co. Aber auch zur Eiablage und als Fresspflanzen für die Raupen sind sie nötig: Sträucher wie Schlehe, Weißdorn, Faulbaum usw. oder Wildpflanzen wie Wilde Möhre, Wiesenschaumkraut, Brennnessel und auch Distel, weshalb auch kleine ungepflegte Restflächen so wichtig sind.

Wir können etwas tun!

Jeder kann sehr konkret etwas tun, indem er selbst auf kleinsten Flächen neue Lebensräume schafft – oder dem Nachbarn im Sommer mal beim Gießen hilft. Das Internet gibt Informationen zu jeder Frage, z.B. auch unter www.naturgarten.org. Die Staudengärtnerei an der Alme hat sich auf die Beratung zu Gartenstauden und Blühflächen spezialisiert und als Muster den Wegrand an der Alme als Blührand angelegt.

Der Ortsheimatpfleger Ferdinand Reike hat über den Heimatbund mit seinem Vorsitzenden Volker Odenbach bereits eine Aktion des ganzen Ortes angeregt mit Kirche, Vereinen und Werbegemeinschaft als Multiplikatoren. Auch die Stadt Paderborn will sich nicht nur mit Blühflächen auf ihren Flächen und schonenderen Mähmethoden an Wegrändern beteiligen, sondern würde Wewer sogar gern als gutes Beispiel für andere Stadtteile sehen, wenn hier eine große Bürgerbeteiligung mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit entsteht!

Wewer als Vorreiter

Die Idee wurde sofort auch von der KJG aufgenommen, die Kinder und Jugendliche in vielen Aktionen für die Natur vor der eigenen Haustür begeistern will. Durch Beobachtung und häufigen direkten Kontakt lernen junge Menschen so, die Natur zu verstehen, zu achten und deshalb zu schützen – und ihr Anliegen in die Gemeinde zu tragen. Auch soziale Projekte wären dabei denkbar, denn gerade Blumen können alten, kranken oder einsamen Menschen Freude bringen. Der Pfarrgemeinderat will mit gutem Beispiel vorangehen, beispielsweise durch die insektenfreundliche Gestaltung der kirchlichen Grundstücke, ein Vorhaben, wozu in der evangelischen Kirche gerade ein Kirchenpreis ausgeschrieben wurde!

Als meinen eigenen Beitrag habe ich der KJG, aber auch allen Interessierten, Aktionen und Führungen auf Gut Warthe (auch mit Fachleuten) angeboten, wo durch das abwechslungsreiche Gelände mit Hecken, Obstbäumen und speziellen Blühflächen fast das ganze Jahr über Insekten und Vögel zu beobachten sind.

Eine Arbeitsgruppe der Universität Münster (Prof. Dr. Tillmann Buttschardt, Institut für Landschaftsökologie ) ist zu unserem Musterprojekt außerdem daran interessiert, die Entwicklung von Wegsäumen wissenschaftlich zu begleiten.

Alles also gute Voraussetzungen, Wewer zu einem Vorreiter werden zu lassen! Auf jeden Fall bereitet es unendliche Freude, Mitgestalter und Beobachter der Schöpfung zu sein, wenn auch nur im eigenen kleinen Rahmen.

Isa Freifrau von Elverfeldt, info@gutwarthe.de, 05.03.2020
Fotos aus dem Buch „Bedrohte Wunder am Wegrand“ von Isa Freifrau von Elverfeldt

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