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18.04.2019 - WS

Man wollte sogar die Kirche niederbrennen


„Ich war mit 17 Jahren in Wewelsburg im Internat der landwirtschaftlichen Schule. Es befand sich im ehemaligen NS-Dorfgemeinschaftshaus. Das ist ein altes Fachwerkhaus, später als Gaststätte ,Ottens Hof‘ bekannt. Wir schliefen mit jeweils 8-10 Mädchen in einem Schlafsaal unter dem Dach und haben im Saal unten links gegessen. Ich sehe noch das Pflaster des Bodens und die in die Balken eingeritzten Runen vor mir. Religionsunterricht hatten wir beim Ortspfarrer Tusch. Er hat und viel über die NS-Herrschaft erzählt, die hatte er ja selbst in Wewelsburg miterlebt. Man wollte sogar die Kirche niederbrennen.
Das war niederschmetternd. Ich weiß noch, dass bei uns und auch im Dorf oft eine gedrückte Stimmung herrschte.“

Resi Vahle, inzwischen 82 Jahre alt, war die einzige der 19 Weweraner Frauen die aus einer anderen Perspektive auf die Ausstellung in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 blicken konnte. Die anderen setzten sich diesen Bildern und Geschichten am 17. April zu ersten Mal aus. Die Katholische Frauengemeinschaft hatte zu der Fahrt mit dem Besuch der Gedenkstätte im ehemaligen SS-Wachgebäude am Burgvorplatz nach Wewelsburg eingeladen. Die Führung mit dem Historiker Norbert Ellermann hat alle sehr beeindruckt. Sehr anschaulich und mit vielen Beispielen berichtete er über den zunächst eher unspektakulären Beginn der Schutzstaffel (SS) und die schleichende Entwicklung bis zum Größenwahn und den furchtbaren Verbrechen in den 12 Jahren der Nazi-Herrschaft in Deutschland.
Im Gedächtnis bleiben den Frauen besonders die Aussagen der Häftlinge des KZ Niederhagen, die in der Nähe des Ausgangs der Ausstellung an den Wänden angebracht sind. Sie sind sehr berührend und stimmten alle nachdenklich.

Katholische Frauengemeinschaft (kfd) Wewer, Kontakt: Gerlinde Wruck

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