St. Dionysius Elsen im Pastoralverbund Elsen-Wewer

Orgelkonzerte 2015

Sonntag, 08.02.2015, 17 Uhr

 

Anastasia Kovbyk (Russland)

 

Werke von Böhm, Bach („große“ e-moll), Liszt (BACH), Vierne (Carillon de Westminster)

 

Anastasia Kovbyk, 1990 in Uljanowsk in Russland geboren, erhielt ihren ersten Klavierunterricht mit vier Jahren.  Seit 2009 studiert sie Klavier bei Prof. Valerij Starynin und Orgel bei Prof. Tatiana Botschkowa am Staatlichen Glinka-Konservatorium in Nizhny Novgorod. Sie war Preisträgerin des Internationalen Rachmaninov-Wettbewerbs für junge Pianisten (Darmstadt), Preisträgerin des 15. Internationalen Musikwettbewerbs Pietro Argento für Klavier (Gioia-del-Colle, Italien) und Finalistin des russischen Orgelwettbewerbs „Santa Caecilia“. Wichtige Stationen ihrer Konzerttätigkeit, die sie auch bereits nach Deutschland führte, waren St. Petersburg, Nizhny Novgorod und Moskau. Seit 2014 studiert Anastasia Kovbyk  Orgel bei Martin Sander an der Hochschule für Musik in Detmold.

 

 

 

 

Sonntag, 29.03.2015, 17 Uhr

 

Sebastian Freitag (Paderborn)

 

Marcel Dupré zur Entstehung seines Werkes

„LE CHEMIN DE LA CROIX“ – DER KREUZWEG  op. 29

„… Außer in Frankreich gab ich auch zahlreiche Konzerte in anderen europäischen Ländern. In Brüssel wurde die Idee zu einem meiner Hauptwerke geboren, zum ‚Chemin de la Croix‘.

Ein Konzert besonderer Art war im dortigen Konservatorium veranstaltet worden.

Sein zweiter Teil umfaßte nach einem kurzen Bach-Vortrag auf der schönen Cavaillé-Coll-Orgel den „Chemin de la Croix“ von Paul Claudel. Er wurde von Madame Renaud-Thévenet, Dozentin am Konservatorium, gelesen, während ich nach jeder Station improvisierte. Das war in der Fastenzeit, am 13. Februar 1931. Die Reaktion der Zuhörer war derart, daß, meine Frau am anderen Tag im Zug, der uns nach Paris zurückbrachte, zu mir sagte: `Ich habe eine Idee‘. – `Ich auch‘, antwortete ich. `Sprich!‘ – `Nein, du zuerst.‘  Kurz und gut, ich weiß nicht, wer von uns beiden zuerst sprach, aber wir hatten denselben Gedanken: ich sollte einen Kreuzweg komponieren. Ich machte mich an die Arbeit, und im folgenden Jahr spielte ich den „Chemin de la Croix“ zum erstenmal öffentlich auf der Orgel des Trocadéro in Paris.“

 

Der Komposition „Le Chemin de la Croix“ kann man nicht gerecht werden, wenn man sie als festgefrorene Stehgreif-Intuition versteht. Dazu ist das ganz Werk viel zu durchdacht, zu musikalisch konstruiert, zu theologisch fundiert, dazu ist das umstrittene Problem der Programm-Musik hier viel zu meisterhaft gelöst.

Der Begriff Programm-Musik bezeichnet den Versuch, mit musikalischen Mitteln außermusikalische Handlung darzustellen. Die 14 Kreuzwegstationen enthalten Themen, die zu diesem Versuch ermutigen. Die Verurteilung Jesu zum Tode beispielsweise ist mit einem Volksauflauf verbunden, dessen Anschwellen und Auflösung dem Auf- und Abbau rein musikalischer Dramatik adäquat ist. Die Hammerschläge bei der Kreuzigung sind unschwer in entsprechende Rhythmen zu übertragen, realistisch dumpf verklingen die letzten Herzschläge des Sterbenden.

 

Ist die Handlung jedoch weniger akustisch vordergründig, müssen zwangsläufig alle Versuche, mit der Musik unmittelbar die Handlung darzustellen, auf Kosten der musikalischen Qualität oder der Deutlichkeit des Geschehens gehen. Hier setzt auch die Kritik an der Programm-Musik ein – nicht ganz zu Unrecht verallgemeinernd -, haben doch zu oft weniger bedeutende Komponisten ein schlechtes Beispiel gegeben, wie man zum Schaden der Musik krampfhaft ungeeigneten Themen irgendwelche akustische Äquivalente abringt.

 

So etwa müsste man den Versuch werten, in der 10. Kreuzwegstation das Herunterreißen der Kleider musikalisch darzustellen. Marcel Dupré umgeht diese künstlerische Sackgasse: Nicht die Entkleidung, sondern den Spott über den Entkleideten stellt er mit seinem makabren Scherzo dar, nicht die Kreuzabnahme selbst, sondern die Angst der Jünger – wer möchte wohl beobachtet werden, wenn er den Leichnam eines hingerichteten Gotteslästerers vom Galgen nimmt – drückt seine Musik aus, nicht die Grablegung, sondern der Weg dorthin wird im Trauermarsch zu Musik. Erstaunt stellt man fest, dass diese Umdeutungen nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich Wichtigeres aussagen, als es die Themen der Stationen selbst können.

 

Doch auch durch solche Umdeutungen können noch nicht alle Themen erkannt werden. Immer aber findet Dupré einen musikalisch legitimen Weg: Die Idee, Jesus und Simon unter der Last des Kreuzes hintereinander gehend durch einen zwei-stimmigen Canon – auch die beiden Stimmen gehen ja hintereinander – zu symbolisieren, kann freilich nicht unmittelbar erlebt werden. Der Canon muss erst erkannt werden, unser Verstand erst das Symbol übersetzen. Die Frauen Israels treten mehrstimmig, Jesus einstimmig einander gegenüber, die Stimme des Sterbenden, der sich von Gott verlassen fühlt, wird auch in der Musik „von den Begleitstimmen verlassen“.

 

Fehlen selbst solche Möglichkeiten der Deutung, bedient sich der Komponist bestimmter Motive, die zwar durch sich selbst keine Handlung ausdrücken vermögen, deren Verwendung in verschiedenen Stationen jedoch stellvertretend für die Aussage stehen, die diesen Stationen gemeinsam ist. Wird zum Beispiel der Canon Simon und Jesus aus dem Motiv komponiert, das wir in der 2. Station kennenlernten, und hören wir es dann ein drittes Mal im Moment der Begegnung zwischen Jesus und Veronica, so gewinnt dieses Motiv die Eigenschaft einer Information: Jesus auf dem Weg nach Golgatha. Es ist wie bei einer Gleichung mit mehreren Unbekannten: sie ist allein nicht lösbar, erst die Verwendung der gleichen Unbekannten in weiteren Gleichungen ermöglicht die Definition.

Diese Kompositionsweise erlaubt uns auch den Dur-Dreiklängen Bedeutung beizu-messen, mit denen nur vier der Stationen schließen. Es sind die wenigen Lichtblicke

im Dunkel des Passionsgeschehens:

Die Freude über die Geste der Menschlichkeit (6), die Tröstung (8), göttliche Gelassenheit (10), die Auferstehungsvision (14).

 

Aus dem hier Gesagten folgt, dass eine auszugsweise Aufführung die Aussage

nur verstümmelt wiedergeben kann. Auch dürfte die Möglichkeit des wiederholten Anhörens dem Eindringen in das Werk unentbehrlich sein.

Das wichtigste Element musikalischen Erlebnisses ist das Wiedererkennen, das Begreifen des Sinns einer Wiederholung eines musikalischen Vorgangs.

 

Sonntag, 07.06.2015, 17 Uhr

Sebastian Freitag (Paderborn)

 

Werke von Bach (Präludium u. Fuge G, Triosonate Es), Franck (Choral E), Haydn, Reger (Morgenstern)

 

 

 

H E R B S T  O R G E L Z Y K L U S

Jeweils um 17 Uhr

 

  1. Konzert

Sonntag, 27.09.2015

 

Münsterorganist Stefan Kagl (Herford)

 

  1. Konzert

Sonntag, 04.10.2015

 

Sebastian Freitag (Paderborn)

 

  1. Konzert

Sonntag, 11.10.2015

 

Domorganist Josef Still (Trier)


 

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